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BAUBEGINN IN KARLSTADT

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Selbstbestimmt Wohnen auch in der Pflege: Mit den offiziellen "Ersten Spatenstich" sollen nun auch die Hochbauarbeiten für das künftige "Wohnstift Andreas Bodenstein" in Karlstadt beginnen. 

Seit einigen Wochen schon sind auf dem Gelände am „T-Gut-Kreisel“ rege Arbeiten im Gange. Jetzt erfolgte mit dem offiziellen ersten Spatenstich der endgültige Startschuss zum Beginn der Baumaßnahmen für das künftige Wohnstift „Andreas Bodenstein“. Robert Auer stellte dabei als Geschäftsführer der Unternehmensgruppe „Domizilium“ das Konzept für das Gebäude mit bis zu 82 Appartements vor.


Ein Leuchtturmprojekt

Ein in mehrfacher Hinsicht zukunftsweisendes Leuchtturmprojekt für Karlstadt und die gesamte Region solle das Wohnstift werden, sagte Auer. Das Besondere daran: Es soll dort unter anderem Variowohnungen geben, die sich je nach dem Wohnraumbedarf vom Apartment bis zur Drei-Zimmer-Wohnung anpassen lassen. Damit entsteht auch ein Angebot für ältere Menschen, von denen einer hilfe- oder pflegebedürftig, der andere aber noch fit ist. Von der baulichen Seite her wird hier ein Niedrigstenergiehaus konzipiert.


Für die Stadt Karlstadt sah Bürgermeister Paul Kruck in dem Projekt eine passende Antwort auf die Veränderungen in der Gesellschaft, da der Bedarf an Pflege im Alter langsam aber stetig steige. Kruck hob auch hervor, dass das neue Wohnstift in keinem Fall als Konkurrenz zur sehr gut arbeitenden Herold-Stiftung gesehen werden dürfe. Dass als Betreiber des Stifts mit der „Rummelsberger Diakonie“ ein erfahrender Player gewonnen werden konnte, sei ein Glücksfall.


Der Bürgermeister lobte das professionelle Vorgehen des Projektentwicklers Auer, dem es gelungen sei, die schwierigen Grundstücksverhandlungen optimal zu bewältigen. Der Name

„Wohnstift Andreas Bodenstein“, der aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist, passe gut zur Geschichte der Stadt Karlstadt.


Ein Grußwort sprach auch Harald Schneider als Stellvertretender Landrat. Für Menschen, die bislang Selbstbestimmt im eigenen Haus oder Wohnung gelebt hätten, sei das jetzige Konzept ein hervorragendes Angebot, weiterhin in „den eigenen vier Wänden“ wohnen und gleichzeitig optimale Pflege erfahren zu können.


Das Konzept der Rummelsberger Diakonie beschreite neue Wege, denn eine vergleichbare Einrichtung gebe es bis lang nicht. In Karlstadt werde damit auch die Lücke zwischen Pflegeheim und ambulanter Pflege geschlossen.


Der Vorsitzende der Rummelsberger Diakonie Günter Breitenbach stellte die Erfahrungen seines Verbandes als großer bayerischer Träger von Einrichtungen in der Altenhilfe in den Mittelpunkt. Das künftige Pflegewohnheim werde die Möglichkeit geben, das zu geben, was Menschen brauchen und gleichzeitig finanzieren können. Nach dem Motto seiner Einrichtung „Menschen an Ihrer Seite“ sieht er das Projekt auch als einen besonderen Ort der Seelsorge. Breitenbach hob außerdem das einvernehmliche Miteinander mit der örtlichen Heroldstiftung hervor. Dass man den Karlstadter Reformer Andreas Bodenstein als Namensgeber genommen habe, lobte auch er. „Bodenstein hat die erste Wohnung in diesem Haus quasi schon gemietet“, so Breitenbach.


Nachdem jetzt auch die Hochbauarbeiten auf dem rund 6600 Quadratmeter großen Grundstück beginnen, soll noch in diesem Jahr der Rohbau stehen, im Sommer ist der Einzug geplant. Durchgeführt werden die Arbeiten von Schneider Systembau aus Radeburg. Investor für das 14 Millionen Euro teure Projekt ist das Familienunternehmen WITRON Logistik und Information. Als Bauträger ist die Unternehmensgruppe „Domizilium“ tätig. Diese errichtet das Gebäude schlüssel- und betriebsfertig. Als Geschäftsführerin des „Wohnstifts Andreas Bodenstein“ wird Daniela Weyerich verantwortlich sein.


Main-Echo, 10.05.2018 - von Günter Roth